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Yoga/Sadhana

Wenn wir HATHA YOGA praktizieren bereichern wir unser Leben um einen neuen wichtigen Faktor.

HATHA YOGA ist wie ein Gesundheitswässerchen, das man täglich -am Besten vor dem Frühstück- zu sich nimmt; so als ob wir „Lebenssinn“ in die bereits existierenden Strukturen injizieren, als ob man eine kleine Prise Salz dem Essen hinzufügt und spürbar den Geschmack verändert.

Die Körperentwicklung schreitet weiter voran, die täglichen Aktivitäten, alles geht seinen normalen Gang. Mit HATHA YOGA wird jedoch ein neuer Faktor hinzugefügt, der über Monate und Jahre hinweg sanft die Abläufe und Rhythmen verändert. Legt man einen gesunden externen Rhythmus über einen bereits existierenden Rhythmus, verändert sich dieser. Legt man eine gesunde, natürliche, geordnete, harmonisierende „Gewohnheit“, wie tägliche Yogapraxis, über eine gestörte und kranke „Gewohnheit“, hat dies eine grosse Wirkung.

Mit HATHA YOGA befreien wir uns aus den einengenden, neurotischen und unangebrachten Rhythmen und Gewohnheiten und den zwanghaften inneren und äusseren Kräften.

Fast jeder Mensch ist an irgend einem Punkt seines Körpers verkrampft oder verspannt. Das heisst, dass man dem Energiefluss an irgendeiner Stelle widersteht. In der Terminologie des Yogasystems nennt man die Kanäle in unserem Körper durch die Lebensenergie fliesst Nadis. Die Nadis werden uns im HATHA YOGA durch die Visualisierung des Energiekörpers bewusst gemacht.

Im HATHA YOGA wird der ganze Körper sanft gedehnt und gestreckt. Sämtliche Verspannungen werden bewusst wahrgenommen mit Achtsamkeit und gezielter Hinwendung und Hingabe aufgelöst, sodass im ganzen Körper wieder Lebenskraft, im Sanskrit Prana genannt, zum Fliessen kommen kann. Alle sanften einfachen Yogaübungen, wie z. B. das Biegen, Drehen und Strecken der Schultern und des Nackens oder der Wirbelsäule fallen unter diese erste Kategorie vom ganzheitlichen Yogasystem und sind für Yogaanfänger mit Rücken-, Nacken- und Schulterproblemen unumgänglich.

Die von mir praktizierte Yogaessenz im HATHA YOGA besteht aus 10 Grundhaltungen. Die wichtigsten davon sind in den obigen Bildern ersichtlich und bilden in der Yogapraxis die Basis für den Yogaanfänger. Im HATHA YOGA Unterricht kreieren wir zusammen mit Entschlossenheit, Geduld ein bewegliches Knochengerüst, ein leistungsfähiges Herz- und Kreislaufsystem, gut funktionierende Verdauungs- und Ausscheidungsorgane und ein widerstandsfähiges Nervensystem- kurz einen stabilen gesunden Körper. Dieser nimmt in einem schöpferischen Prozess seine neue Form an und begleitet den Übenden während seines fortschreitenden Studiums als geschultes, sensibles, wunderbares Instrument durch die nachfolgenden weiteren höheren Stufen des Yogasystems.

Wichtige Yogaübungen sind auch jene, die zu einem besseren Gleichgewicht verhelfen. Sie fördern uns in der Kunst uns zu verankern, Vertrauen, Stabilität und Anmut zu erlernen und uns auf uns zu konzentrieren, positive und negative Kräfte zu beherrschen und sie ins Gleichgewicht zu bringen. Sie erleichtern uns den Zugang zu einer über den physischen Körper hinausgehende Verbundenheit und bringen uns mit den Kräften der Naturgesetze, die uns innerlich und äusserlich unterstützen, in Beziehung.

Was uns in allen HATHA YOGA Übungen und Stellungen begleitet ist der Atem als Bindeglied zwischen Geist und Körper. Die eigene Ein- und Ausatmung ist für die meisten Menschen ein völlig unbewusster Vorgang. Deswegen atmen sie die meiste Zeit unbewusst und im Alltag unzureichend oberflächlich. Sie nutzen nur einen kleinen Teil ihrer Lungenkapazität und führen so dem Körper den für die Gesundheit notwendigen Sauerstoff nicht ausreichend zu. Mit dem bewussten, verlangsamten, tiefen Ein- und Ausatmen wird eine wertvolle Verbindung zwischen wachbewussten und unbewussten Bereichen des Körpers und des Geistes hergestellt. Eine geschulte Atemkontrolle kann so die neu gewonnene Lebensenergie, die durch unbewusste und mentale Verhaltensmuster eingeengt war, wieder zum Fliessen bringen und diese wird unmittelbar bei einem fleissigen Yogapraktizierenden im JETZT als schöpferische, freudige und sehr kreative Energie wahrgenommen. In den traditionellen Yogaschriften gibt es unzählige Regeln und Vorschriften, die zur Atemkontrolle, im Sanskrit Pranayama, gehören. Besonders wichtig erscheint mir mit den Kursbesuchern Pranayama ausgewogen und mit gesundem Menschenverstand zu üben. Die bewusste Atemkontrolle ist unumstritten in allen spirituellen Systemen der Schlüssel zu den höherliegenden Pforten.

Nach dieser ersten grundliegenden vorbereitenden Praxis im HATHA YOGA kann der Übende dann zu einem weiteren Yogastudium übergehen. Doch ohne die Bereitschaft Selbstverantwortung zu übernehmen, kann es nun zu keinem Fortschritt mehr kommen. HATHA YOGA ist kein Glaube sondern eine Praxis. Mehr zu diesem Thema findet man unter der Seite Kunst.

In diesem Zusammenhang gilt noch ein wichtiger Punkt, und das ist, dass man entsprechend dem Gesetz des Karma oder der Ursache und der Wirkung immer das vom Leben zurückbekommt, was man hineinsteckt. Ein grosser Teil der Menschen hat diese Wahrheit und absolute Tatsache noch nicht begriffen, die natürlicherweise mit dem Gesetz der Wiedergeburt sich notwendigerweise über mehrere Leben abspielt. Dieses Gesetz gilt ebenfalls beim Weitergeben und Lernen vom ganzheitlichen Yogasystem, weil man nur soviel Wissen erlangen kann, wie man abgibt. Um etwas lernen zu können, muss man deshalb auch bereit sein andere zu lehren was „Wissen“ bedeutet und was man selber weiss (damit meine ich nicht das Wissen aus Büchern usw). Diese letzte Bemerkung betrifft ein wichtiges Prinzip des wirtschaftlichen und kreativen Einsatzes beim Weitergeben des gesamten Yogasystems und seiner Energie. So kann der beste Yogalehrer Dich nur lehren, von Dir selber zu lernen.

Du musst Dein eigener Lehrer und Dein eigener Schüler sein. Erst wenn Du über das individuelle und gesellschaftliche Bewusstsein hinausgehst, alle Deine Konditionen durchblickt und abgelegt hast, eine vollkommene Neuorientierung des Denkens verspürst und eine durchgreifende Revolution im Deinem eigenen Leben stattgefunden hat, kannst Du Dir selber ein Licht sein, das niemals erlöscht. Sei ganz Dich selber! Vertraue Dir! Wenn Du in den YOGA Fluss steigst und ganz tief tauchst wirst Du nach dem Auftauchen am Ufer des Flusses Deine beiden Füsse auf einen völlig neuen Boden aufsetzen, weil kein anderer mehr zu sehen ist. Fürchtest Du Dich davor dann einsam zu sein? Renn nicht davon, denn dann kommt die Angst. Sei einsam! Hier bist Du zuhause. Mach Dein eigenes Ding!

Neben den ganzen Techniken und Praktiken kennt Yoga auch etliche Lebensregeln, die vor allem den Umgang mit anderen Menschen aber auch Tugenden betreffen. Dem praktizierenden Yogis sind sie in Patanjalis Yoga-Sutra unter Yama und Niyama bekannt. Bei Yama handelt es sich um innere Verhaltensregeln für die äussere Welt, Werte für das gesellschaftliche Zusammenleben und um den Schütz des eigenen Körpers. Niyama harmonisiert die Beziehung zum Leben insgesamt und zur „anderen“ Realität. Es ist in neuster Zeit erkannt worden, welche wichtige Bedeutung diese Lebensregeln für die vegetative Regulierung (ein wichtiger Teil davon ist die Atmung) und damit die Gesundheit des Menschen hat. Zum Beispiel in der Prävention und Heilung von Herzproblemen ist die Kultivierung von inneren und äusseren Lebensregeln und die Überwindung von Feindseligkeit ein wichtiger Faktor.

Bei Suchtkranken und Burn-out Patienten stabilisiert die Yogapraxis den inneren Frieden, überwindet die Müdigkeit, baut das verlorene Selbstvertrauen auf, gibt dem ganzen Organismus neue Spannkraft, vermindert die Sorgen und klärt das Denken. Die selbständige HATHA YOGA Praxis verhilft dem Patienten nach der stationären Therapie zu einem Neubeginn im Alltag und baut eine unabhängige und verantwortungsvolle Struktur und Lebensbasis auf.

Schwerpunkte in meiner eigenen Yogapraxis und im Yogaunterricht:

Asana: Das sind die in der Regel langsam und bewusst ausgeführte Körperstellungen und Übungen mit all ihren unzähligen Variationen. Einige Beispiele sind oben abgebildet und mit den dazugehörigen Sanskrit-Namen beschriftet.

Karana: Aneinandergereihte Yogastellungen, Abläufe von Asanas, die mit Leichtigkeit und Freude im fliessenden Atemrhythmus ausgeführt werden. Z. B. Sonnen-,Mond-, Erdgruss sowie eigene Ablaufkreation wie „Die Blume des Lebens“.

Pranayama: Die Atemtechnik, die in der Regel mit einer Atemverlangsamung, einer Atempause, einer Rhythmisierung, einer Manipulation der Atemorgane ( z. B. bei der Wechselatmung ) oder zumindest mit einer bewussten Atem-Achtsamkeit verbunden ist.

Bandha: Die im Yoga typischen lokalen Muskelkontraktionen ( z. B. im Bauchbereich ).

Kriya: Die bei uns weniger bekannten Reinigungstechniken ( z. B. Wasser durch die Nase fliessen lassen und Zungenreinigung).

Mantra: Das Arbeiten mit Autosuggestionen oder das innerlich oder laute Aufsagen von Sätzen, Silben und Worten.

Yama und Niyama: Alltagpraxis von Lebensregeln nach Patanjalis Yoga-Sutra.

Pratyahara: Der Rückzug der Sinne und jährliche Auszeit an einem einsamen naturschönen Ort.

Dharana: Das Praktizieren der Einpunktigkeit, der fokussierten Aufmerksamkeit bei künstlerischem Gestalten oder bei der Arbeit direkt am lebendigen Mensch 1:1 in der Gegenwart.

Yoga-Nidra: Auch „Der Schlaf des Yogi“ genannt ist eine angeleitete Tiefenentspannung. Die Teilnehmer sind 45 Minuten vollkommen regungslos in der Rückenlage und werden von mir begleitet.

Dhyana: Die tägliche oder wöchentliche Teilnahme an einer gemeinsamen Meditation und die Praxis des EDLEN SCHWEIGENS mit dem Ziel sich immer mehr auf immer weniger zu konzentrieren, leer zu SEIN und dabei ganz wach zu bleiben.

Samadhi: Unbeschreiblicher Zustand.

….Du kletterst eine sehr sehr hohe Leiter hoch um diese

…im richtigen Moment wegzustossen. 
Im freien Fall hast Du Angst irgendwann auf dem Grund zu zerschellen…

…..bis Du merkst, dass es keinen Grund gibt…..

Textquelle: Surya Namaskara S. 28 und 49 / Eine Technik zur Vitalisierung / Swami Satyananda Sarasvati und Yoga Journal No.14 / S. 44: Yoga als Veränderung von Gewohnheiten von Carsten Unger, Diplompsychologe und Yogalehrer. „Die Chakras“ von Peter Rendel IBSN 3-85914-322-0 und „Vollkommene Freiheit- Das grosse Krishnamurti Buch“ ISBN 978-3-596-15067-0